Der Chris Al-Aswad Preis – eine Social Media Story

Die Nachricht vom Tod Chris Al-Aswads hat alle, die einmal mit ihm zu tun hatten schwer getroffen. Und zwar nicht nur, weil der Gründer des Chicagoer Online Kunstmagazins Escape Into Life mit gerade mal 31 Jahren viel zu früh verstorben ist, sondern weil Chris wie kein anderer sein Leben der Idee widmete, zeitgenössische Kunst und Literatur mit Hilfe von Social Media publik zu machen.

Dan Holloway, Autor und Initiator des ersten interaktiven Facebook-Romans The Man Who Painted Agnieszka's Shoes hat nun den Chris Al-Aswad-Preis ins Leben gerufen. Jährlich zum 1. Oktober verleiht die eight cuts gallery diesen Preis an eine Person, Organisation, Website oder Community, die sich am meisten für die Verbreitung großartiger, andersartiger, sich über Grenzen hinweg setzende Literatur in den vergangenen zwölf Monaten verdient gemacht hat.

Wer den Aktivitäten von Chris Al-Aswad im Social Media gefolgt ist, weiß dass er nicht nur Tag und Nacht in zahlreichen Blogs und etlichen Plattformen gepostet hat, um andere Künstler und Poeten zu promoten, sondern kennt auch dessen eigene literarischen Ambitionen. Niemand sonst ist so eng mit der Idee verbunden, das Social Web in den Dienst zeitgenössischer Kunst und Literatur zu stellen.

Sein Vermächtnis wird mit dem Chris Al-Aswad-Preis am Leben gehalten und fortgeführt. Und das wirklich Schöne daran ist, dass Dan Holloway den Preis als Social Media Teilnahme konzipiert hat. Jeder, der etwas dazu beitragen möchte, kann sich auf der Chris Al-Aswad Prize Contributors-Seite von eight cuts oder in den Kommentaren zum Post vom Blog The Man Who Painted Agnieszka's Shoes eintragen lassen.

Da ich im Rahmen eines Interviews mit Danielle Duer mit Chris zu tun hatte und ihm seitdem noch mehr als zuvor auf diversen Social Media Plattformen gefolgt bin, hat mich sein früher Tod besonders betroffen gemacht, zumal ich erst vierzehn Tage später davon erfuhr. Daher war es mir ein spontanes Bedürfnis, zum neu ins Leben gerufenen Chris Al-Aswad-Preis auch etwas aus Deutschland beizutragen. Ich werde alljährlich einen Artikel über den Preisträger im Online-Kunstmagazin Art and Events publizieren.